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Früher sangen sie für eine bessere Welt, heute für ein besseres Ich. Foto: Fabian Widmann; Text: Dominik Drutschmann  — Link
Reporter reisen nach Siebenbürgen

17. März 2012

Wir waren zu elft, hatten zwei Busse und zehn Tage Zeit. So machten wir uns auf den Weg in ein unbekanntes Land: Siebenbürgen. Dort trafen wir auf Dracula und andere Überraschungen. Es entstanden Geschichten von Menschen, die weggingen. Von welchen, die blieben. Und anderen, die zurückkehrten.


Das Ergebnis ist unser Onlinemagazin 10 Tage 7bürgen .


„Land des Segens“ heißt es im Siebenbürgenlied. Siebenbürgen ist ein Landstrich, von dem wir im Vorfeld unserer Reise allenfalls den Namen gehört hatten.

Dabei leben dort seit über 800 Jahren deutschsprachige Siedler – die Siebenbürger Sachsen. Geläufiger war uns die Region unter ihrem lateinischen Namen: Transsylvanien. Wobei wir zugeben müssen, dass wir Transsylvanien für ein Fantasieland hielten, das Bram Stoker für seinen Dracula erfunden hatte. Ob Siebenbürgen oder Transsylvanien – die Region liegt im Herzen Rumäniens, eingefasst durch die Berge der Karpaten. In Siebenbürgen herrscht ein Nebeneinander verschiedener Kulturen und Sprachen. Abgesehen von den Sachsen bevölkern Rumänen, Roma, Ungarn und Szekler die mittelalterlichen Städte und Bauerndörfer zwischen Walachei und Maramureş. Die Zahl der Sachsen ist seit der letzten Auswanderungswelle Anfang der Neunziger allerdings rapide gesunken.

Dorfstraße in Reichesdorf, unserem Domizil auf dem Land (Foto: Nancy Waldmann)

Die Idee, ein Magazin darüber zu machen, begann mit einem kleinen Mann auf einem großen Pferd. Philipp Maußhardt, der Leiter der Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl, hatte in Siebenbürgen bereits vorgefühlt. Ohne reiten zu können, durchstreifte er auf einem Pferd das ländliche Siebenbürgen. Daraus entstand die Reportage „Der Gaul, den sie Pferd nannten“. Auch wir, der siebte Jahrgang der Reportageschule, wollten das unbekannte Land erkunden und die Geschichten seiner Bewohner erzählen. Fünf Tage gaben wir uns, siebenbürgische Dörfer zu ergründen, fünf Tage lang recherchierten wir in Sibiu/Hermannstadt, der Hauptstadt der Region. Das Ergebnis: „10 Tage 7bürgen“. Elf Reporter reisten nach Rumänien, die Zwölfte im Bunde traf sich währenddessen in Deutschland mit dem wohl bekanntesten Siebenbürger hierzulande: Peter Maffay.

Wir anderen bekamen in Hermannstadt eine Audienz beim König der Roma und kosteten Kalbshoden und selbstgebrannten Schnaps. In der Provinz machten wir uns auf die Suche nach den letzten Sachsen und feilschten mit Zigeunern auf dem Markt. Zigeuner, das war für uns immer ein Unwort, in Rumänien aber bezeichnen sich viele Roma selbst so, darum nennen auch wir sie in unseren Texten nun oft Zigeuner.

Entdecken Sie mit uns das Land, das „an der Brust des Himmels ruht“, wie es im Siebenbürgenlied weiter heißt. Wir nehmen Sie mit auf die Reise zu Bärenrettern, sächsischen Rappern und den Erfindern der Rakete.




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